Donnerstag, 5. August 2010

Rafiki - Amigo - Freund.

Was ist ein Freund?

Ein Mensch, der meine Höhen und Tiefen kennt; bei dem ich nicht nur toll bin, sondern reflektiert werde. Der mir liebevoll sagt, wo ich schwach bin.

Ein Freund ist jemand, der sich für mich interessiert, bei dem ich nicht nur geben muss. Jemand, der mich kennt; der weiß, was in mir vorgeht; Dinge, die mir viel bedeuten, teilt.

Ein Freund ist jemand, der mein Leben teilt, mir aber auch nach zwei Jahren des nicht-sehens nahe ist. Eine Person, der ich ohne Bedenken etwas schenken kann...und von der ich ohne Bedenken Geschenke annehmen kann.

Jemand, vor dem ich weinen kann; der mich nicht für meine Herkunft verachtet.

Ein Mensch, der mich liebt,
sich Zeit für mich nimmt,
mich ernst nimmt,
mich würdigt.


Jemand, mit dem ich hemmungslos lachen kann; mit dem peinlich sein Spaß macht.

Der mir Freiheit lässt, den ich loslassen kann.

Mich liebt, weil ich bin, nicht weil ich werde; mich liebt, weil ich werde, nicht weil ich bin.

Ich kann mich auf ihn oder sie verlassen, bin keiner Willkür ausgesetzt.

Ein Freund ist jemand, der mich enttäuschen kann, den ich enttäuschen kann.

Jemand, der mir vergeben, dem ich vergeben kann.


(geschrieben beim fid-Seminar in Köln)

Montag, 28. Juni 2010

Frankfurt - Sao Paulo - Asuncion - Cochabamba.

Es ist da - mein Flugticket. Am 27. August 2010 um 22:01 Uhr MEZ hebt mein Flieger von Frankfurt/Main ab...

"...und bringt mich fort...von Dir..." (Pohlmann)

Zwischen Heimweh und Fernsucht steht mir der Sinn.
Silke

Montag, 21. Juni 2010

Whispers of a well-lit way.



There´s distraction buzzing in my head,
saying in the shadows it's easier to stay.
But I've heard rumours of true reality
whispers of a well-lit way.


Show me the way.
Silke

Donnerstag, 10. Juni 2010

Wenn der Groschen fällt.

Ich mag Zitate. Irgendwann habe ich mal damit angefangen, Sprüche, die ich gut fand malerisch an den Wänden meines Zimmers zu verteilen. Meistens waren das dann Worte, mit denen ich aktuell etwas anfangen konnte.

Zu Beginn dieses Jahres habe ich mir jedoch ein Zitat auf die erste Seite meines Kalender geklebt, das ich zwar hübsch fand, aber nicht so wirklich verstanden hatte. Ein Auszug aus William P. Youngs wunderbarem Buch "Die Hütte":

"Wenn du lebst, als würdest du nicht geliebt, ist das eine Enschränkung nicht umgekehrt."

Diese Woche habe ich in meinem Kalender herumgeblättert, um zu sehen, was ich in den vergangenen Monaten so alles gemacht habe...und stieß auf den Spruch, der da in grüner Tinte steht.

In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass ich mich in vielerlei Hinsicht von Gott alleingelassen und enttäuscht fühle. Nicht berücksichtigt, nicht gesehen. Das Gefühl, in meinen Bedürfnissen nicht wahrgenommen zu werden. "...er wird Dir geben, was Du Dir von Herzen wünschst..." (Psalm 37, 4)...ok. Und wann?

Ja, was passiert, wenn eine Silke merkt, dass sie sich vernachlässigt fühlt und unzufrieden ist? Sie sucht sich ihr Glück auf eigene Faust. Das gelingt manchmal...aber ich habe festgestellt, dass viele Versuche, auf eigene Faust beziehungsweise unabhängig von Gott das Glück zu suchen, kläglich gescheitert sind und Verletzungen und Frust die Folge waren. Und in diesem Zusammenhang las ich das Zitat von Mr. Young.

Ich bin beileibe kein Freund (mehr) von Aussagen wie "Ignorier deine Bedürfnisse, konzentrier dich nur auf Gott, er gibt dir alles, was du brauchst!" Ich habe Wünsche, ich habe Gefühle. Es gibt Dinge, die ich brauche. Wenn ich Hunger habe oder friere, dann muss ich etwas essen oder eine Jacke anziehen, nicht "Jesus, du allein bist genug" singen (geht schon...wird aber höchstwahrscheinlich nicht soviel an meinem Zustand ändern). Wenn ich traurig, wütend, ängstlich, voller Sorge bin, dann nützt es mir nichts, mir diese Gedanken und Gefühle schön zu reden. Ich muss ein Ventil haben, bei dem diese Dinge rauskönnen.

Trotzdem mache ich mir ernsthaft Gedanken, was es bedeutet, von Gott geliebt zu sein.

Ich glaube, es bedeutet nicht, dass diese Dinge, die ich oben aufgezählt habe, in meinem Leben nicht mehr existieren. Dass es keine Enttäuschungen mehr geben wird, keine Sehnsüchte, die ungestillt sind. Ich glaube, dass es eine andere Sichtweise auf die Dinge meines Lebens darstellen soll. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass es das Radikalste ist, was ich tun kann - glauben, dass Gott mich liebt, es gut mit mir meint und mich versorgen wird. Es bedeutet, dass ich meinen Focus auf die Dinge richte, die ich schon habe und die mehr zu genießen. Mich zu entscheiden, mir nicht mehr um jeden Furz Sorgen zu machen. Zu glauben, dass ich und mein Leben und mein Schaffen Sinn und Bedeutung haben.

Well, nobody promised us living would be easy ;)
But I´m easy like sunday morning.

Silke ;)

Freitag, 30. April 2010

The art of doing nothing?

Kennt ihr diese Zeiten im Leben, in denen man das Gefühl hat, dass nichts vorangeht?

Es scheint, jeder um dich herum lebt in voller Erfüllung, hat Freude am Job, Freunde, einen guten Ausgleich in der Freizeit und (in meiner Prioritätenliste) einen funktionierenden Draht nach oben. Nur du nicht.

Du kämpfst gegen den Frust an, hast das Gefühl, deine Träume sind Dir abhanden gekommen und der Personenkreis, der sich Freunde nennt, ist an einer Hand abzählbar. Zudem hat Gott eine Metamorphose zur Mauer vollzogen, die man in allen möglichen Formen ansprechen kann - aber leider bekommt man keine Antwort.

Ich mache momentan so ne Zeit durch. Frage mich oft, wer ich bin, was ich will, wo es hingehen wird im Leben. Und ich habe keine Antworten, zumindest nicht jetzt.

Vor einigen Tagen dachte ich intensiv über meine momentane Situation nach und fragte mich, wann denn endlich mal der Punkt gekommen ist, an dem alles in Ordnung ist. An dem ich glücklich bin, den Job habe, der voll zu mir passt, Menschen um mich herum, in denen ich zuhause bin, Gott der Gott ist, in den ich mich vor 15 Jahren verliebt habe.

Und da kam mir die Erkenntnis, dass es diesen Punkt wohl nicht gibt. Ganz ehrlich; ich glaube, selbst wenn ich an diesem Punkt wäre...dann gäbs zehntausend neue Bedürfnisse, die nach Erfüllung schreien.

Es scheint, dass die einzige Lösung die wäre, im Jetzt zu leben und den Moment zu genießen - denn dort ist wohl auch Gott zu finden.

"Gottes Frieden kann man nur in der Gegenwart erleben. Gott ist ewig. Er war in der Vergangenheit. Er wird in der Zukunft sein. Aber er ist nur im Jetzt." (Kerstin Hack)

Ich möchte das so gerne lernen.

Silke

Sonntag, 14. März 2010

Anbetung.


“Bekanntermaßen bezeichnete Karl Marx Religion als “Opium des Volkes“. Der Buddhismus, vor allem der allgemein praktizierte, verspricht eine Verbesserung durch das Karma. Im Islam und im Christentum wird den Gläubigen das ewige Paradies versprochen. Das sind ohne Zweifel starke Opiate: die Hoffnung auf ein besseres Leben in der Zukunft. Doch es gibt eine Geschichte im Sufismus, die die Behauptung, der Mensch glaube nur, weil er Opium braucht, infrage stellt. Rabe´a al-Adiwiyah, eine bedeutende Sufi-Heilige, rannte vor allen Menschen durch die Straßen ihrer Heimatstadt Basra, in der einen Hand eine Fackel, in der anderen einen Eimer Wasser. Als jemand fragte, was sie da tue, antwortete sie: >Mit dem Eimer Wasser lösche ich die Flammen der Hölle, und mit der Fackel brenne ich die das Tor zum Paradies nieder, damit die Menschen Gott nicht aus Angst vor der Hölle oder der Sehnsucht nach dem Paradies lieben, sondern weil Er Gott ist.<“

Ein Auszug aus dem Jugendbuch "Eine wie Alaska" von John Green, welches mir die beste Sarah der Welt geliehen hat.

So. Schön und gut. Aber warum gebe ich ausgerechet diesem Post die Überschrift "Anbetung"? Einem Text, der theologisch gesehen wahrscheinlich mehr als spannend ist?

Weil ich glaube, dass der Text ein Phänomen beschreibt, welches Christen (mich eingeschlossen) daran hindert, genau das zu leben, was vor 2000 Jahren in der Gestalt von Jesus Christus am Kreuz errungen wurde. Den Glauben daran, dass das Opfer am Kreuz wirklich, wirklich frei macht.

Welche Qualität hätte diese Freiheit denn, wenn ich trotzdem noch Leistung erbringen müsste, um sie endgültig rechtskräftig zu machen? Was wäre es für eine Liebe, die mich nur dafür befreit, dass ich für irgendwelche Zwecke herhalte? Wie komisch, wenn ich mich mein Leben lang verbiegen würde, nur um am Ende das gefundene Fressen zu kriegen.

Die besten Zeiten mit meinem Gott hatte ich dann, wenn ich ohne Angst einfach nur ich selbst war. In Zeiten von Freude, Leid, Sicherheit, Zweifeln, Verrücktheit, Langeweile, Gehorsam, Trotz, Zuneigung, Ablehnung, Liebe, Hass, Zustimmung, Rebellion genau diese Dinge ungeschminkt zur Sprache zu bringen.

Nichts ist befreiender, als Gott sagen zu können, wie es wirklich aussieht...und auch an seinem Thron rütteln zu können. Ich empfinde das als weitaus effektiver als Dinge totzuschweigen, zu lachen, wenn nicht nach lachen zumute ist.

Das heißt Anbetung für mich. Echt sein...und dadurch immer wieder zu merken, dass ER mich zuerst geliebt hat.

Habt keine Angst.

Silke

Dienstag, 23. Februar 2010

Alles Gute zum Alltag.


Mal wieder ein kleines Glanzstück, welches dem Leben Leben gibt.

"Le-le-le-le-leb´ dein Leben jetzt und hier und überhaupt..."

Grabt die Träume aus dem Sand!
Silke