Donnerstag, 12. April 2012

Der Moment.

Ich weiß nicht, ob ihr ihn kennt - den Moment.

Herkunft:
von gleichbedeutend französisch moment → dieses von lateinisch momentum → „(entscheidener) Augenblick“


Ich traf ihn in Freiburg, bei einer Tasse Kaffee. In meiner Hand ein Stift, vor mir leere Seiten, in meinem Kopf tausend Gedanken.

Ich schrieb, schrieb, schrieb...versuchte, die Dinge, die mich bewegten, klar zu formulieren, sie erkennbar zu machen, ihnen Gestalt zu verleihen.

Und auf einmal löste sich, von einem Moment auf den anderen, ein von mir lange begrübeltes Problem. Einfach so.

Gedanken sprudelten, Erkenntnisse stürzten auf mich ein, erfüllten mich mit Erleichterung und tiefer Freude.

Tausend Geschenke. In nur einem Moment.

Ich liebe Prozesse. Wirklich. Aber ich will ihn jetzt öfter treffen. Diesen Moment.

Mittwoch, 28. März 2012

Über Staubsauger & Schraubenzieher.

Heute im Kindergarten sprach ich mit einer Mutter über ihre beiden Söhne. Ein sehr vertrautes Gespräch, in dem sich jedoch bald herauskristallisierte, dass sie zwei charakterlich völlig unterschiedliche Kinder hat - und daran verzweifelt. Wieso können sie denn nicht ähnlich "funktionieren"?

Ich dachte noch lange über dieses Gespräch nach...und kam auf den Vergleich Staubsauger und Schraubenzieher.

Ich mag Schraubenzieher, und Staubsauger noch viel mehr. Dies liegt wohl daran, dass ich mit einem Staubsauger tendenziell mehr anfangen kann. Dies heißt nun aber nicht, dass der Schraubenzieher ein unbrauchbareres Werkzeug ist. Zusätzlich habe ich bis jetzt noch nicht versucht, mit einem Schraubenzieher den Staub meines Fußbodens zu entfernen. Auch stelle ich es mir schwierig vor, ein Regalbrett mit meinem Staubsauger an der Wand anzubringen.

Macht es Sinn, diese beiden Dinge miteinander zu vergleichen? Kann man sie vergleichen? Hat nicht jedes seine Aufgabe, seine Bestimmung...und Dinge, für die es überhaupt nicht geschaffen ist?

Wie oft wünsche ich mir (im übertragenen Sinne!!) ein Schraubenzieher zu sein, obwohl ich eigentlich der Staubsauger bin?

Und wieviel Sinn macht es, mir einen Kopf über die Dinge zu machen für die ich überhaupt nicht gemacht bin?

Mal sehen, vielleicht erzähle ich der Mutter morgen was von Schraubenziehern und Staubsaugern...

Back.

I´m back here. Feels good. You are back here. Feels better. Welcome :)

Donnerstag, 5. August 2010

Rafiki - Amigo - Freund.

Was ist ein Freund?

Ein Mensch, der meine Höhen und Tiefen kennt; bei dem ich nicht nur toll bin, sondern reflektiert werde. Der mir liebevoll sagt, wo ich schwach bin.

Ein Freund ist jemand, der sich für mich interessiert, bei dem ich nicht nur geben muss. Jemand, der mich kennt; der weiß, was in mir vorgeht; Dinge, die mir viel bedeuten, teilt.

Ein Freund ist jemand, der mein Leben teilt, mir aber auch nach zwei Jahren des nicht-sehens nahe ist. Eine Person, der ich ohne Bedenken etwas schenken kann...und von der ich ohne Bedenken Geschenke annehmen kann.

Jemand, vor dem ich weinen kann; der mich nicht für meine Herkunft verachtet.

Ein Mensch, der mich liebt,
sich Zeit für mich nimmt,
mich ernst nimmt,
mich würdigt.


Jemand, mit dem ich hemmungslos lachen kann; mit dem peinlich sein Spaß macht.

Der mir Freiheit lässt, den ich loslassen kann.

Mich liebt, weil ich bin, nicht weil ich werde; mich liebt, weil ich werde, nicht weil ich bin.

Ich kann mich auf ihn oder sie verlassen, bin keiner Willkür ausgesetzt.

Ein Freund ist jemand, der mich enttäuschen kann, den ich enttäuschen kann.

Jemand, der mir vergeben, dem ich vergeben kann.


(geschrieben beim fid-Seminar in Köln)

Montag, 28. Juni 2010

Frankfurt - Sao Paulo - Asuncion - Cochabamba.

Es ist da - mein Flugticket. Am 27. August 2010 um 22:01 Uhr MEZ hebt mein Flieger von Frankfurt/Main ab...

"...und bringt mich fort...von Dir..." (Pohlmann)

Zwischen Heimweh und Fernsucht steht mir der Sinn.
Silke

Montag, 21. Juni 2010

Whispers of a well-lit way.



There´s distraction buzzing in my head,
saying in the shadows it's easier to stay.
But I've heard rumours of true reality
whispers of a well-lit way.


Show me the way.
Silke

Donnerstag, 10. Juni 2010

Wenn der Groschen fällt.

Ich mag Zitate. Irgendwann habe ich mal damit angefangen, Sprüche, die ich gut fand malerisch an den Wänden meines Zimmers zu verteilen. Meistens waren das dann Worte, mit denen ich aktuell etwas anfangen konnte.

Zu Beginn dieses Jahres habe ich mir jedoch ein Zitat auf die erste Seite meines Kalender geklebt, das ich zwar hübsch fand, aber nicht so wirklich verstanden hatte. Ein Auszug aus William P. Youngs wunderbarem Buch "Die Hütte":

"Wenn du lebst, als würdest du nicht geliebt, ist das eine Enschränkung nicht umgekehrt."

Diese Woche habe ich in meinem Kalender herumgeblättert, um zu sehen, was ich in den vergangenen Monaten so alles gemacht habe...und stieß auf den Spruch, der da in grüner Tinte steht.

In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass ich mich in vielerlei Hinsicht von Gott alleingelassen und enttäuscht fühle. Nicht berücksichtigt, nicht gesehen. Das Gefühl, in meinen Bedürfnissen nicht wahrgenommen zu werden. "...er wird Dir geben, was Du Dir von Herzen wünschst..." (Psalm 37, 4)...ok. Und wann?

Ja, was passiert, wenn eine Silke merkt, dass sie sich vernachlässigt fühlt und unzufrieden ist? Sie sucht sich ihr Glück auf eigene Faust. Das gelingt manchmal...aber ich habe festgestellt, dass viele Versuche, auf eigene Faust beziehungsweise unabhängig von Gott das Glück zu suchen, kläglich gescheitert sind und Verletzungen und Frust die Folge waren. Und in diesem Zusammenhang las ich das Zitat von Mr. Young.

Ich bin beileibe kein Freund (mehr) von Aussagen wie "Ignorier deine Bedürfnisse, konzentrier dich nur auf Gott, er gibt dir alles, was du brauchst!" Ich habe Wünsche, ich habe Gefühle. Es gibt Dinge, die ich brauche. Wenn ich Hunger habe oder friere, dann muss ich etwas essen oder eine Jacke anziehen, nicht "Jesus, du allein bist genug" singen (geht schon...wird aber höchstwahrscheinlich nicht soviel an meinem Zustand ändern). Wenn ich traurig, wütend, ängstlich, voller Sorge bin, dann nützt es mir nichts, mir diese Gedanken und Gefühle schön zu reden. Ich muss ein Ventil haben, bei dem diese Dinge rauskönnen.

Trotzdem mache ich mir ernsthaft Gedanken, was es bedeutet, von Gott geliebt zu sein.

Ich glaube, es bedeutet nicht, dass diese Dinge, die ich oben aufgezählt habe, in meinem Leben nicht mehr existieren. Dass es keine Enttäuschungen mehr geben wird, keine Sehnsüchte, die ungestillt sind. Ich glaube, dass es eine andere Sichtweise auf die Dinge meines Lebens darstellen soll. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass es das Radikalste ist, was ich tun kann - glauben, dass Gott mich liebt, es gut mit mir meint und mich versorgen wird. Es bedeutet, dass ich meinen Focus auf die Dinge richte, die ich schon habe und die mehr zu genießen. Mich zu entscheiden, mir nicht mehr um jeden Furz Sorgen zu machen. Zu glauben, dass ich und mein Leben und mein Schaffen Sinn und Bedeutung haben.

Well, nobody promised us living would be easy ;)
But I´m easy like sunday morning.

Silke ;)